Ich betreibe in meinem Homelab einen Server, der alle meine Daten per RAID5 und NFS bzw. SMB im Netzwerk bereitstellt. Dieses RAID5 besteht aus vier Stück Crucial MX500 mit jeweils 4TB, also In etwa 12TB nutzbares Datenvolumen. Bis vor kurzem habe ich die Daten (aktuell werden nur knapp 5TB belegt) regelmäßig mittels Syncthing auf eine externe 2,5 Zoll Festplatte mit 5TB Volumen an meinem Linux-Desktop gesichert. Über kurz oder lang wird diese externe Platte aber zu klein, weshalb ich mich nach einer größeren Alternative umsehen musste.
Wer die aktuellen Speicherpreise (02/2026) verfolgt, wird schnell feststellen, dass der KI-Hype nicht nur die RAM-Preise in utopische katapultiert hat, sondern auch die Preise für SSDs und für herkömmliche Festplatten. Nicht nur, dass Micron seine Consumermarke Crucial nach gut 30 Jahren Anfang 2026 gleich vom Markt genommen hat, diese Preise für SSDs sind aufgrund von Verknappung explodiert. Ein Backup auf SSDs wäre also ein sehr preisintensives Vorhaben, auch wenn ein Beelink ME mit 4x4TB M2 SSD durchaus interessant gewesen wäre.
Als blieben mir nur herkömmliche Festplatten als Option. Zuerst dachte ich an ein kleines NAS, wie das UNAS 2 von Ubiquiti, irgendwann fiel mir dann aber auch schnell wieder ein, wieso ich 2023 meinen Server mit SSDs bestückt und die alten HDDs rausgeworfen hatte: Die Leistungsaufnahme bei 3,5 Zoll Platten ist einfach enorm: Eine WD Red Plus mit 12TB verbraucht ganze 8,8W im Betrieb und 6,1W im Leerlauf. Das führt also zu bei der UNAS 2 allein für die Platten zu 12,2W oder 17,6W. Für ein NAS, das nur als Backup dient, für meinen Geschmack zu viel.
Deshalb bin ich am Ende bei einer klassischen externen Festplatte gelandet, einer WD My Book 12 TB. Darauf sichere ich regelmäßig mittels Borg Backup meine Daten über meinen Linux-Desktop (mehr dazu irgendwann in einem Blogbeitrag). Die Platte ist ansonsten deaktiviert: Als Schutz vor Ransomware und weil die Platte nur unnötig Strom verbraten würde. Übrigens: Es ist absehbar, dass sich das sogenannte „Shucking“ von externen Festplatten, d.h. das Demontieren der Gehäuse, um an die Festplatte zu kommen, wieder rentieren wird. Der Unterschied zwischen einer WD My Book 12 TB und einer WD Red Plus 12 TB liegt aktuell bei 60€. Ich gehe davon aus, dass die Differenz noch stärker anwachsen wird, je knapper Festplatten werden.
Einen gravierenden Nachteil habe ich aber bei der My Book Festplatte aber festgestellt (und ich habe mich auch sofort wieder erinnert, wieso ich eigentlich mechanische Festplatten hasse): Sie ist laut. Das komische Klappern und Knacken, das sie beim Starten oder im Leerlauf von sich gibt, könnte man ja noch ignorieren oder mit Nostalgie an längste vergangene Zeiten ausblenden. Was mich aber wirklich aggressiv macht ist die Vibration, die die WD My Book an meine Tischplatte schickt – den länglichen Gummifüßen zum trotz, letztere sind wohl mehr Deko. Eigentlich schon fast ein Grund zur Retoure.
Weil ich das Ding aber benötige und es (siehe oben) auch keine wirkliche Alternative gibt, musste ich mir etwas einfallen lassen, um diese Vibrationen von meinem Tisch wegzukriegen. Nach diversen Versuchen mit unterschiedlichen Materialien bin ich bei einer Lösung gelandet, die meine WD My Book geräuschlos zu bekommen:
Dynavox Silikon-Elastomer Dämpfer, die eigentlich zur Entkopplung von Subwoofern gedacht sind. Nicht gerade billig, aber sehr wirkungsvoll. Entweder man klebt die Dinger direkt unter die Festplatte oder macht es etwas eleganter mit einem 3D-gedruckten Vibrationsdämpfer (der allein rein gar nichts bringt, jedenfalls nicht, wenn man ihn mit PLA druckt). Klebt man hierauf die Dynavox-Dämpfer und stellt dann die WD My Book darauf ist Ruhe und sieht auch noch schick aus.
tl;dr
Deine WD My Book Festplatte nervt mich Vibrationen auf der Tischplatte? Mach sie stumm mit Dynavox Silikon-Elastomer Dämpfern (und einem 3D-gedruckten Adapter).


