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Nach mehr als6 Jahren im Fujifilm X-System bin ich letztes Jahr bzw. Ende 2024 von einer Fujifilm X-Pro2 auf eine X-H2 umgestiegen. Oder besser gesagt: Ich habe meinen Kamera-Fuhrpark um eine X-H2 erweitert, die X-Pro 2 besitze ich natürlich immer noch und werde sie auch nie verkaufen. Ich habe wirklich lange auf einen Nachfolger der X-Pro 3 gewartet und wurde diesbezüglich leider von Fujifilm bis heute enttäuscht. Allerdings bin ich in Bezug auf Kameras mittlerweile anders eingestellt: Ich bin froh, dass ich mangels X-Pro-Alternative zu einem komplett anderen Kameratyp geschwenkt und schließlich bei der X-H2 gelandet bin, welche meiner heutigen Fotografie in weiten Teilen mehr entspricht, als die X-Pro.

Wieso die X-H2 und nicht die X-T5?

Luchs im Tierfreigelände Nationalpark Bayerischer Wald - X-H2 mit XF100-400
Luchs im Tierfreigelände Nationalpark Bayerischer Wald – X-H2 mit XF100-400 @ ISO 1000 | 1/250s | f/5.6 | 400mm

Wieso habe ich nicht zur X-T5 gegriffen, da diese dem „Photography First“ Ansatz besser folgt als die X-H2, die eher einen hybriden Charakter hat, also für Foto und Film gedacht ist? Das hatte zwei Gründe: Zum Zeitpunkt des Kaufs gab es eine Cashback-Aktion von Fujifilm, die die X-H2 günstiger gemacht hat, als die X-T5. Der gravierendste Punkt war aber die besser technische Ausstattung, z.B. der deutlich bessere Sucher und der höhere Puffer bei Serienaufnahmen sowie die Möglichkeit auf viel schnellere CF-Express Karten zu setzen. Die X-H2s fand ich ebenfalls interessant, allerdings habe ich die höhere Auflösung der Geschwindigkeit vorgezogen. Ich hatte mich bei meiner X-Pro2 des Öfteren ertappt, v.a. bei Vogelaufnahmen, stärker zu croppen. Das geht mit 40MPx statt 26MPx natürlich deutlich besser. Und hier sind wir auch beim springenden Punkt: Ich wollte vermehrt in die Vogelfotografie einsteigen, hierfür ist eine X-H2 einfach besser geeignet: Der stark ausgeprägte Handgriff erleichtert das Fotografieren mit Teleobjetiv deutlich.

Was ist gut, was ist schlecht?

In diesem Beitrag erspare ich euch das Zitieren irgendwelcher Features. Die sind nach 3,5 Jahren auf dem Markt sowieso mehr als bekannt. Wenn nicht, dann schaut einfach auf der offiziellen Seite von Fujifilm vorbei: Fujifilm X-H2.

Turmfalke mit geschlagenem Staren – X-H2 mit XF100-400 @ ISO 400 | 1/250s | f/5.6 | 400mm

Wirklich gut finde ich die Haptik. Die Verarbeitung ist solide, so wie ich es von Fujifilm kenne. Auch nach einem Jahr und vielen Fotos, sieht das Gehäuse noch hervorragend aus. Nichts ist abgewetzt oder abgegriffen. Ich fasse die Kamera gerne an, das kann Fujifilm einfach. Der Sucher ist für mich als Brillenträger jederzeit sehr gut ablesbar und lässt für mich keinerlei Punkte zur Kritik. Richtig gut gefällt mir das Klappdisplay, was ich so gar nicht erwartet hätte. Die meiste Zeit nutze ich es umgedreht, also verdeckt. Damit ist das Display jederzeit geschützt. Auf dem Stativ oder zum Filmen zur Seite ausklappen, hat sich als tolle Lösung herausgestellt. V.a. an einer Fotokamera würde ich also das Display der X-T5 nicht bevorzugen, da ich sowieso 90% der Zeit den Sucher nutze. Erstaunlicherweise komme ich mit dem PSAM-Bedienkonzept der X-H2 sehr gut zurecht, auch wenn ich gestehen muss, dass ich lange der Meinung war, dass PSAM an einer Fujifilm fast Ketzerei ist und es nicht besseres für mich gibt, als die klassischen Drehräder für Zeit, Blende und ISO. Im Gegenteil, mittlerweile muss ich einfach feststellen, dass die Wahrheit, wie meistens, in der Mitte liegt: Es kommt auf den Anwendungsfall an. Nachdem ich nicht mehr nur Reise- und Dokumentationsfotografie mache und ich recht gerne Tiere, v.a. Vögel fotografiere, kommt mir die Möglichkeit von der Custom-Speicherplätze auf dem PSAM-Drehknopf sehr entgegen. Ein schneller Wechsel zwischen verschiedenen, selbst definierten Modi ist dabei Gold wert. Dabei habe ich auch festgestellt, dass der Blendenring am Objektiv für mich das wirklich ausschlaggebende Feature ist, das Fujifilm von anderen Kamera-Herstellern unterscheidet. Und diesen Blendenring hat man unabhängig vom Body.

Blausieb an Platane - X-H2 mit XF80mm Makro - Focus-Stack aus 22 Bildern
Blausieb an Platane – X-H2 mit XF80mm Makro – Focus-Stack aus 22 Bildern

Alles in allem bin ich also sehr zufrieden mit der Fujifilm X-H2, auch wenn es ein paar Dinge gibt, die verbessert werden sollten. Mich nervt es z.B. dass Änderungen an den Einstellungen gemacht werden, während man einen Custom Slot ausgewählt hat, auch immer gespeichert werden. Passt man also für genau diesen Moment die ISO-Einstellungen oder die Belichtungskorrektur an, dann ist diese Einstellung sofort im Profil hinterlegt. Ich würde mir wünschen, dass dies nur bis zum nächsten Aus-/Einschalten erhalten bleibt und man gefragt wird, ob man die Anpassungen persistent speichern will. So ist es mir schon öfters passiert, dass ich unabsichtlich Einstellungsanpassungen genutzt habe, die für diesen Moment nicht gepasst haben. Ein weiterer Punkt ist die Autofokus-Leistung der X-H2: Selbstverständlich ist es ein Meilenstein für mich im Vergleich zur X-Pro2 und in den meisten Fällen bekomme ich auch scharfe Bilder hin. Aber oft stelle ich fest, dass die Fokusebene permanent „verschoben“ ist: Obwohl z.B. die Augenerkennung das Auge des Vogels erkannt hat und auch trackt, wird das Auge nicht scharf abgebildet, sondern das Gefieder am Kopf oder weiter hinten. Erst wenn ich den Finger vom Auslöser nehme und neu fokussiere, trifft der AF (oder auch nicht). Das zeigt mir, dass zwar das Objekt erkannt, aber der Fokus falsch eingestellt wird. Wer im Internet sucht, findet viele Problemberichte mit dem AF der aktuellen Fujis. Zeitweise hat man die AF-Leistung per FW-Update sogar verschlechtert und kaputtoptimiert. Ich selbst nutze die X-H2 seit der FW Version 5.1 und bin grundsätzlich mit der AF-Leistung zufrieden, auch wenn ich sicher bin, dass die Konkurrenz hier mittlerweile deutlich bessere Ergebnisse erzielt. Würde ich mir nur wegen der AF-Leistung eine Canon oder Nikon kaufen? Ganz sicher nicht. Erstens, weil Vollformat mit entsprechenden Linsen immer noch deutlich teurer, größer und schwerer ist und zweitens, weil ich das Farbmanagement der Fujifilm Kameras immer noch für herausragend erachte. In Kombination mit Capture One Pro erreiche ich sehr schnell Ergebnisse, die ich als ästhetisch empfinde und mir sehr gut gefallen. Eventuell liegt das AF-Thema zum Teil aber auch an meinem XF100-400, das entwicklungstechnisch doch schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat. Ob z.B. ein aktuelles XF500 besser abschneidet, kann ich mangels Erfahrung leider nicht sagen.

Eisvogel am der Ilz bei Passau - X-H2 mit XF100-400 @  ISO 5000 | 1/500s | f/5.6 | 400mm - starker Crop
Eisvogel am der Ilz bei Passau – X-H2 mit XF100-400 @ ISO 5000 | 1/500s | f/5.6 | 400mm – starker Crop

Alles in allem bin ich also für einen Preis von gut 1.600€ mehr als zufrieden mit der X-H2. Wer eine bessere Kamera will, zahlt deutlich mehr und wird deutlich mehr Gewicht schleppen müssen. Für meinen Anwendungsfalls ist APS-C und v.a. die Fujifilm X Reihe immer noch der Sweetspot. Und wer weiß, vielleicht kaufe ich 2027 eher eine X-H3 als eine X-Pro4 – vorausgesetzt, die X-H3 liefert endlich einen deutlichen Sprung beim Autofokus.

Sinnvolles Zubehör

Zum Schluss noch ein paar Worte welches Zubehör ich mit der X-H2 nutze. Sehr zufrieden bin ich mit den Speicherkarten von Lexar. Ich habe eine Lexar Professional CF Express Typ B der Gold Serie und eine Lexar Professional 2000x SDXC UHS-II mit jeweils 128GB im Einsatz. Ob sengende Hitze in Griechenland oder Minusgrade im Bayerischen Wald, nie hatte ich mit den Karten Probleme. Natürlich nutze ich auch an meiner X-H2 einen Peak Design Kameragurt, hier aber die breitere Slide Lite Variante im Gegensatz zur Leash, die ich bevorzugt an der X-Pro2 verwende.

Gänsegeier im Flug auf Kreta - X-H2 mit XF100-400 @  ISO 640 | 1/1600s | f/5.6 | 400mm - Crop
Gänsegeier im Flug auf Kreta (Reisebericht)- X-H2 mit XF100-400 @ ISO 640 | 1/1600s | f/5.6 | 400mm – Crop

Fazit

Die Fujifilm X-H2 eröffnete mir in Kombination mit meinem XF100-400 Teleobjektiv einen neuen Bereich der Fotografie: Vögel und Tiere. Durch die Objektiverkennung und dem integrierten Bildstabilisator konnte ich im letzten Jahr Fotos aus der Hand schießen, die mir mit der X-Pro2 so nicht gelungen wären. Aber auch in Kombination mit einem neuen XF23 F1.4 konnte mich die Kamera überzeugen. Knackscharfe, klare Fotos mit den typischen Fujifilm-Farben.

Wie sind deine Erfahrungen mit der X-H2 oder hast du Fragen? Dann lass gerne einen Kommentar hier!

Lusengipfel Nationalpark Bayerischer Wald – X-H2 mit XF23 F1.4 @ ISO 160 | 1/1250s | f/7.1 | 23mm

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